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Martin Luther (1483-1546)

Der Reformator

Martin Luther kam am 10. November 1483 in Eisleben als Sohn von Hans und Margarete Luder zur Welt. Luder, fragt ihr? Richtig – als Luther hat Martin nämlich nicht angefangen.

„Du Luder!" Weder heute noch vor 500 Jahren schmeichelhaft. Im Alter von 35 Jahren änderte der Reformator deshalb seinen Nachnamen. Aus dem ursprünglichen Familiennamen Luder wurde Luther. Die Familie Luder soll im Laufe der Zeit insgesamt sieben verschiedene Versionen ihres Namens getragen haben: Lüder, Luder, Loder, Ludher, Lotter, Lutter und Lauther.

Einen Tag nach seiner Geburt ließ man ihn in der St.-Petri-Pauli-Kirche auf den Namen Martin taufen. Als Martin ein Jahr alt war, zog die Familie von Eisleben ins wenige Kilometer entfernte Mansfeld, wo Luthers Vater im Hüttenwesen arbeitete. Martin Luther ging zuerst in Eisleben, später in Magdeburg und Eisenach zur Schule. An der Universität Erfurt begann Luther 1501 ein Jurastudium. Auf einer Reise geriet der Student in ein schweres Gewitter, sodass er in Todesangst gelobte, Mönch zu werden. Zwei Wochen später schloss er sich dem Bettlerorden der Augustiner im Erfurter Kloster an. Luther wurde 1507 zum Priester geweiht und begann im selben Jahr ein Theologiestudium in Erfurt.

Wertvolle Bücher findet man in der Klosterbibliothek des Evangelischen Augustinerklosters zu Erfurt ©Florian Trykowski, Thüringer Tourismus GmbH

Inzwischen Doktor der Theologie erhielt er 1512 eine Bibelprofessur an der Wittenberger Universität und wurde zwei Jahre später als Prediger an die Stadtkirche berufen. Am 31. Oktober 1517 veröffentlichte er seine 95 Thesen gegen den damals üblichen Ablasshandel. Der Überlieferung nach schlug er seine Thesen an das Portal der Wittenberger Schlosskirche. Daraufhin leitete die römisch-katholische Kirche eine Untersuchung wegen Ketzerei gegen ihn ein. Doch Luther widerrief seine Schriften nicht und zweifelte bei einem Streitgespräch an der Leipziger Universität die Unfehlbarkeit des Papstes an. Dieser erließ im Juni 1520 die Bannandrohungsbulle gegen Luther, die der Wittenberger Professor verbrannte. Im Januar 1521 folgte der Kirchenbann.

Dr. Jochen Birkenmeier - Wissenschaftlicher Leiter und Kurator des Lutherhauses Eisenach. ©Florian Trykowski, Thüringer Tourismus GmbH

Als Luther im selben Jahr auf dem Wormser Reichstag auch Kaiser Karl V. den Widerruf seiner Schriften verweigerte, verhängte der Kaiser mit dem Wormser Edikt die Reichsacht über Martin Luther. Zu seiner Sicherheit ließ der sächsische Kurfürst Friedrich der Weise Luther auf die Wartburg bei Eisenach entführen, wo er für zehn Monate unter dem Namen Junker Jörg untertauchte und die Bibel in die deutsche Sprache übersetzte. Im März 1522 kehrte Luther nach Wittenberg zurück, wo er 1525 die ehemalige Nonne Katharina von Bora heiratete, mit der er sechs Kinder hatte. Am 18. Februar 1546 starb Martin Luther im Alter von 62 Jahren, als er sich in Eisleben aufhielt. Drei Tage später wurde er in der Wittenberger Schlosskirche bestattet.

 

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