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Gotha

„Ich will in Gotha begraben werden.“

Unter Luthers Wirkungsstätten zählt auch Gotha zu den wichtigsten Schauplätzen der Reformation. 1515 predigte Martin Luther erstmals anlässlich des Kongregationszweiges des Deutschen Augustinerordens, da die deutsche Augustinerkongregation ihn zum Distriktsvikar, den leitenden Geistlichen für eine oder mehrere Provinzen, wählten. Dies brachte den großen Reformator immer wieder in die Stadt und wiederholte sich bis zu seinem letzten Besuch im Jahr 1540.

Luther besuchte am 29. Mai 1516 das Augustinerkloster in Gotha. Fünf Jahre später, er befand sich auf einer Reise nach Worms, predigt dort erneut und hinterließ einen bleibenden Eindruck. Während seiner Ansprache fielen mit lautem Krachen Steine von der Giebelwand. Dies war der Gothaer Legende zufolge der Zorn des Teufels, weil Luther ihm so viele Seelen gestohlen hatte.

Bereits wenig später,1522, verkündete der Pfarrer der Margarethenkirche, Johann Langenhan, erstmals den Gläubigen die neue Lehre. Dieses Jahr gilt als Beginn der Reformation in Gotha. Nur wenige Monate nach dem Pfaffensturm in Gotha, so wurden Übergriffe gegen kirchliche Einrichtungen bezeichnet, ernannte man Friedrich Myconius im August 1524 zum ersten evangelischen Priester.

Gotha von oben - die Schlossanlagen überragen und prägen die Stadt ©Marcus Glahn, Schatzkammer Thüringen

Doch kam Martin Luther nicht nur in die Stadt, um das Augustinerkloster zu besuchen, sondern auch, um auf seinem Weg nach Worms, Marburg und Schmalkalden zu rasten. So auch am 27. Februar 1537. Auf dem Rückweg vom „Fürstlichen Rat“ in Schmalkalden, erkrankte er an schweren Nierenschmerzen. Im Glauben, dass er sterben würde, nutzte er diese Zeit, um seinem Mitreformator Johannes Bugenhagen sein Testament zu diktieren und besprach mit seinem Freund Myconius das anstehende Begräbnis. Da Luther stark mit Gotha verbunden war, war es sein Wunsch, in Gotha begraben zu werden. Bereits am 01. März 1537 war Luther von seiner schweren Krankheit so genesen, dass er wieder theologische Gespräche führen konnte. Luther blieb noch bis zum 4. Mai im ehemaligen Gästehaus, welches man noch heute als Lutherhaus am Marktplatz besichtigen kann.

Schon gewusst?
Sein Testament enthielt die feste Überzeugung, dass der Angriff auf das Papsttum richtig war und fortgesetzt werden sollte. Auch gedachte er an seine Frau Katharina und an seine Kinder.

 

Lutherstätten im Überblick:

- Das Augustinerkloster mit Augustinerkirche. Das jüngst erst sanierte und modernisierte Kloster ist trotz Nutzung als Herberge und Café ein Ort der Stille. Die Augustinerkirche, in der Luther mehrfach predigte, wurde ab dem Jahr 1366 erbaut.

- Das sich dem Klosterkomplex direkt anschließende Myconiushaus gilt als das älteste erhalten gebliebene Wohnhaus Gothas.

- Das Schloss Friedenstein verwahrt viele Zeugnisse der Lutherzeit. Die Einblattdruck- und Flugblattsammlung von Herzog Ernst I. von Sachsen-Gotha etwa stellt einen wertvollen Schatz dar. Und die Forschungsbibliothek verfügt über einen einzigartigen Bestand an reformatorischen Handschriften, u. a. Originale aus Martin Luthers Bestand.

- Das Lutherhaus am Hauptmarkt. Auf dem Rückweg vom Fürstentag in Schmalkalden machte Luther am 27. Februar 1537 Halt in Gotha.

- Die Margarethenkirche, in der Johann Langenhan bereits 1522 das Evangelium verkündete. Die Verkündigung gilt als Beginn der Reformation in Gotha. Vor Margarethenkirche in Gotha begrüßen zwei beeindruckende Statuen von Martin Luther und Philipp Melanchthon die Besucher.

 

Header: ©Florian Trykowski, Thüringer Tourismus GmbH

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