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Georg Spalatin (1484-1545)

Diplomat und „Entführer“

„Ohne mich hätten Luther und seine Lehre es nie so weit geschafft", so Spalatin selbst.

Wie hat er das gemeint? Und wie kannten sich die Beiden eigentlich? Als ein Theologe, Prinzenerzieher, Geheimsekretär und Historiker waren Luther und Spalatin zum einen im Bereich Bildung gleich aufgestellt. Dazu kommt, dass die beiden Freunde waren und Spalatin damals als einer der größten Verfechter der Reformation diente.

Soweit erst einmal klar, wie hier die Verbindung besteht. Doch nur weil der talentierte Diplomat der Reformation diente, behauptet er, ohne ihn hätte es Luther nie so weit geschafft? Schwer zu glauben, aber es ist wahr! Spalatin spielte eine zentrale Rolle beim Schutz von Martin Luther. Als vertrauter Berater und Geheimsekretär des sächsischen Kurfürsten Friedrichs des Weisen arbeitete Spalatin unermüdlich daran, den guten Willen im Herzen und Verstand des katholischen Kurfürsten gegenüber Luther und seiner Sache zu pflegen. Doch der beste Beweis war Luthers vermeintliche Entführung – geplant und durchgeführt bei niemand anderen als Spalatin. Auf Geheiß Friedrichs des Weisen, „entführte" Spalatin Martin Luther auf heimlicher Mission und brachte ihn auf die Wartburg in Eisenach, wo er sich als „Junker Jörg" verkleidete und das Neue Testament aus dem Altgriechischen ins Deutsche übersetzte. Ohne Spalatin hätte Luther vielleicht nie die Zeit gefunden, dieses wichtige Werk zu vollenden, das wiederum direkt zur Entwicklung der neuhochdeutschen Schriftsprache und zur Verbreitung der Reformation beigetragen hat.

Header: ©Georg Spalatin by Lucas Cranach der Ältere, gemeinfrei